Staffel 3 – Folge 3

Staffel 3 – Folge 3

“Zwischen den drei Orten Themar, Marisfeld und Oberstadt, nahe bei Dachbach, liegt ein weites Feld, das Gertles (Gertlitz) oder Gätles genannt, dort hat vor alters ein Dorf gestanden, und es ist darauf gar nicht geheuer. Ein Reisender wanderte über jenes Feld, da sah er plötzlich, wie jener Feldscher das wüste Germelshausen, ein schönes Dorf vor sich liegen. Es war gerade Sonntag, und in dem Dorfe läutete es in die Kirche. Als er hineinkam, schritten die Leute auch ganz ernst nach derselben hin; ihre Tracht war aber auffällig alt und sonderbar, gar nicht wie heutzutage die Mode. Der Reisende fragte einige der Vorübergehenden nach dem Namen des Ortes, aber wen er auch fragte der gab ihm keine Antwort, und alle wandelten so ruhig und still, ja lautlos, unhörbaren Trittes an ihm vorüber, als ob sie ihn gar nicht sähen. Dabei starrten ihre Augen ganz gläsern, und es kam dem Reisenden ein übermächtiges Grauen an.” (Ludwig Bechstein – Thüringische Sagen)

Staffel 3 – Folge 2

Staffel 3 – Folge 2

“Weiter scheint nun aber auch im Hinblick auf den natürlichen Sinn des Ausdruckes Non-A der Gedankenthatbestand nicht eben fernzuliegen, nach dessen Analogie die Beschaffenheit solcher negativer Gegenstände vorzustellen wäre. Denk ich an Nicht-Roth, so ist das freilich etwas Anderes als wenn ich an Roth denke: aber fast ebenso selbstverständlich ist es, daß ich an Nicht-Roth so wenig denken kann, ohne an Roth zu denken, als ich etwa im Stande wäre, den Gedanken “ähnlich einer Glocke” zu bilden ohne den Gedanken an die Glocke.” (Alexius Meinong, Über Annahmen)